Was du beim Reisen übers Nähen lernen kannst

Reisen und nähen - Titelbild

Was du beim Reisen übers Nähen lernen kannst

Hast du dich schonmal gefragt, was Reisen und Nähen eigentlich miteinander zu tun haben? Oder was du beim Reisen übers Nähen lernen kannst?

Reisen lässt mich persönlich immer über mein Leben nachdenken. Speziell, wenn es solche Reisen sind wie die, die ich gerade hinter mir habe: Backpacking in Indien.

Dabei kommen bei mir folgende Aspekte hervor:

  1. Dankbarkeit für unseren westlichen Lebensstil
  2. Nachdenklichkeit darüber, was man wirklich zum Leben braucht

Die Aspekte und meine Gedanken dazu möchte ich hier mit euch teilen.

1. Dankbarkeit für unseren westlichen Lebensstil

Dieses Jahr bin ich im Vergleich zu den letzten Jahren sehr viel unterwegs gewesen und noch stehen einige Reisen bevor. Ich war beruflich in Indien und im Urlaub in Bali, Indien und Spanien. Vor allem war dieses Jahr auch eine Reise dabei, die so ganz anders war als alle Reisen davor: Das Backpacking in Indien mit einer indischen Hochzeit. Es war vielleicht noch kein “richtiges” Backpacking, wir waren in den beiden Wochen “nur” in drei indischen Städten, aber es war mein erstes Backpacking.

Und mit jeder Reise gewinnt man neue Einblicke. Mir ist diesmal noch mehr klar geworden, was es für ein Luxus ist, einfach einen Flug in einen anderen Teil der Welt buchen zu können, um einen Freund zu seiner Hochzeit zu besuchen. Für uns war das keine große Sache, aber für ihn und seine Familie war es schier unglaublich. So viele Leute haben sich total gefreut und es fast nicht glauben können. Einfach weil die meisten Menschen in Indien nicht die Mittel dazu haben.

Indische Hochzeit

Auf der Hochzeit haben sich alle so gefreit, dass wir da waren

Anschließend haben wir in Bangalore noch eine meiner Kolleginnen besucht, deren Baby gerade frisch auf die Welt gekommen war. Sie lebt mit ihrem Mann, den beiden Kindern und der Schwiegermutter auf engstem Raum in einer sehr kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Das wäre für mich irgendwie unvorstellbar. Aber wie man sieht ist es möglich. Wir können uns das nur nicht vorstellen, weil wir es einfach gewohnt sind, Platz zu haben.

Besuch bei meiner Kollegin

Besuch bei meiner Kollegin

Und dennoch haben diese Menschen uns etwas voraus: Sie sind dankbar für alles, was sie haben. Schaut euch allein nur die Kleine an, wie sie sich darüber gefreut hat, dass ich ihr ein T-Shirt und einen Rock genäht hab.  Diese Menschen sind freundlich gegenüber allen Fremden und hilfsbereit.

Als wir die Freundin besucht haben, wurde uns gleich Tee und etwas zu essen angeboten. Egal, ob diese Menschen es sich leisten können oder nicht, Gäste werden bewirtet und behandelt wie Könige. Davon können wir noch sehr viel lernen. Für mich ist es immer wieder eine Erinnerung, wie dankbar ich für mein Leben sein kann und wie privilegiert ich eigentlich bin.

2. Nachdenklichkeit darüber, was man wirklich zum Leben braucht

Darüber hinaus lassen mich solche Reisen immer wieder darüber nachdenken, was eigentlich mein Kleidungsstil ist und welche Kleidung ich wirklich brauche und bevorzuge. Klar, das ist von Land zu Land nochmal unterschiedlich, aber die grundlegenden Dinge sind immer die gleichen. In welcher Kleidung fühle ich mich am wohlsten? Was ist praktisch genug und spiegelt trotzdem meine Persönlichkeit wider?

Diese Fragen habe ich mir beim Packen wieder und wieder gestellt, weil mein Rucksack einfach nicht zu schwer sein sollte. Schließlich habe ich ihn doch immer wieder herumgetragen, um mit dem Bus oder einem Zug von einer Stadt in die nächste zu reisen.

Ich im Bus mit Rucksack

Ich im Bus mit Rucksack

Da überlegt man sich dann schon ziemlich genau, was wirklich mit muss und was man evtl. Daheim lassen kann. Und man macht sich gleichzeitig auch Gedanken, in welcher Kleidung man sich wirklich wohl fühlt, weil man die eingepackten Kombinationen ja nicht nur für einen Tag trägt. Letztlich konnte ich mich für die 14 Tage auf 4 Kleidungskombinationen beschränken plus mein frisch genähtes Kleid Gitte, von dem ich Fotos machen wollte. Da gab es nämlich dieses Gewinnspiel von Schnittmuster Berlin.

Kleid Gitte von Schnittmuster Berlin in Indien

Kleid Gitte von Schnittmuster Berlin in Indien

Ich hab die 14 Tage übrigens super überlebt mit den 4 Kombinationen und etwas Reiseseife. Allerdings kann ich das noch weiter optimieren. Ich hatte zum Beispiel speziell indische Kleidung dabei (Kurta + Leggins), die ich auf meinen Geschäftsreisen gekauft habe und dort sehr gerne trage. Für einen Backpacking-Urlaub fand ich die letztlich aber nicht ganz so praktisch, weil ich immer Ansgt hatte, den feinen Stoff kaputt zu machen, wenn ich den Rucksack auf dem Rücken hatte.

Insgesamt habe ich dabei gelernt, dass ich mit ziemlich wenigen Sachen, sowohl Kleidung als auch Kosmetik etc., klarkomme. Dass ich eigentlich gar nicht viel brauche um glücklich zu sein. Und mit dieser Erkenntnis habe ich beginnen, darüber nachzudenken, wie meine Nähpläne in Zukunft sein sollten.

Bisher war ich ein kleiner Schnittmuster- und Stoff-Messi. Immer wenn mir ein Schnittmuster oder ein Stoff gefiel, wollte ich ihn haben. Viele Schnittmuster habe ich nun daheim und noch nie danach genäht. Oder ich habe etwas danach genäht, um danach festzustellen, dass ich es fast nie trage, weil es doch nicht mein Stil ist.

Stoffregal

Mein Stoffregal aka Stofflager 😉

Das will ich nun ändern. Ich möchte keinen Kleiderschrank voll mit Zeug haben, nur damit ich es habe. Ich möchte gezielter und geplanter nähen, um jedes Stück in meinem Kleiderschrank zu lieben und es oft zu tragen.

Den ersten Schritt habe ich unbewusst Anfang des Jahres getan, als ich beschlossen habe, meine Kleidung nur noch selbst zu nähen. Nun möchte ich den nächsten Schritt gehen und meinen Kleiderschrank aussortieren, minimalistischer machen und mich mit dem Thema “Capsule Wardrobe” beschäftigen. Ich werde mir auch das “Design Your Wardrobe!” Programm von Seamwork einmal intensiv anschauen, weil es dort tatsächlich darum geht, genau die Stücke zu planen, die man wirklich im Kleiderschrank braucht. Und herauszufinden, was der eigene Stil ist, welche Farben zu einem passen usw.

Was hast du auf deinen Reisen übers Nähen gelernt? Hinterlass mir einen Kommentar!

 

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